12. Dezember 2022

von Giovanna Franken

Es gibt wohl nichts Störenderes als ständig aufploppende Werbung, ein Banner oder direkt ein ganzes Video, das zwischengeschoben wird, wenn Sie eine App nutzen. Sogenannte „Adblocker“ verhindern dies und können Werbeanzeigen sogar abfangen, bevor diese Ihre Kapazitäten und Nerven zu arg strapazieren.

Doch bringen diese Werbeblocker auch einige Nachteile mit sich, denn sie beeinflussen Ihre User-Experience (UX) und natürlich auch die Ihrer Kunden.

Was sind Adblocker?

„Ads“ ist englischsprachig und eine Abkürzung für „advertisement“, also Werbung. Adblocker tun also das, was ihr Name verspricht, nämlich Werbeanzeigen blockieren.

Adblocker im Browser verstecken Bilder, Videos, Texte und Pop-ups oder laden diese gar nicht erst herunter. Darüber hinaus können Werbeblocker sowohl auf Ihrem Desktop als auch für Apps funktionieren und teils sogar vor schädlicher Software schützen.

Funktionsweise

In der Regel handelt es sich bei Adblockern um Browser-Plug-ins, die Werbeanzeigen auf Internetseiten ausblenden. Es gibt unter den Programmen unterschiedliche Verfahren, die wiederum auf verschiedene Werbetypen verschärft sind. So müssen Sie beispielsweise darauf achten, dass Sie für die Blockierung von Pop-ups innerhalb Ihres verwendeten Browsers (z. B. Firefox und Chrome) einen gesonderten Plug-in benötigen. „Simple Popup Blocker“ ist eine Installation, die Ihnen hier unnötige Störungen durch Pop-ups vom Hals hält. Grundsätzlich ermöglichen Webblocker neben Ihrer Hauptfunktion, dass der Seitenaufbau beschleunigt wird und weniger Ressourcen verbraucht werden, da Kapazitätseinsparungen allein durch die Verhinderung der Werbeübertragung zu verzeichnen sind.

Endfilter-Verfahren

Der Endfilter versucht anhand Ihrer Internetadresse (URL) zu erkennen und verwendet dafür sog. schwarze Listen und andere reguläre Ausdrücke, die sich von „Whitelists“ unterscheiden. Eine URL mit Werbung wird dann gefunden und vom Weblocker gesperrt. Bei der Untersuchung der URL kann es allerdings passieren, dass zu unscheinbare Werbung nicht durch den Mechanismus entdeckt wird und sich stattdessen auf die „Whitelist“ mogelt.

Vorfilter-Verfahren

Beim Vorfilter-Verfahren hingegen werden ganze Werbenetzwerke auf der Basis einer HTTP-Cookie-Tracker-Bibliothek aufgespürt und blockiert. Dies funktioniert relativ effektiv, da Werbenetzwerke den Webseitenbesucher tracken, also ihm folgen und aufgrund dessen Werbung schaltet. Das Tracken der Internetaktivität wird direkt unterbunden, wodurch das Verfahren mit Black- und Whitelisten unerheblich wird. Die Vorfilter-Software arbeitet mit einem Algorithmus, der automatisch den Trackingprozess, also nicht die Werbung selbst erkennt und blockiert.

Deaktivierungsverfahren

Ein vergleichsweise simpler Lösungsansatz ist das Deaktivierungsverfahren, da es als mit einem Script-Blocker wie z. B. uMatrix oder NoScript potenziell schadhafte Inhalte deaktiviert. Dabei wird nicht die URL untersucht, sondern die Programmiersprache (meist Flash oder JavaScript). Allerdings können bei diesem Verfahren Kollateralschäden entstehen, auch wenn der User festlegt, ob Flash oder JavaScript dauerhaft blockiert werden.

Gerade Blocker für Ihren Browser haben den Vorteil, dass sie als Filter nachträglich über die „Add-ons-Funktion“ installiert werden können. Und doch, wie wir schon erwähnt haben, können auch Schäden durch die Verwendung entstehen, die die User Experience einschränken und für Ihre Kunden sowie für Ihre eigene Websiteanalyse nicht unerheblich sind.

Nachteile: Ja es gibt sie!

Während Adblocker mit dem Deaktivierungsverfahren vor allem die User Experience beeinträchtigen, denn im Zweifelsfall werden durch das dauerhafte Deaktivieren von Flash Inhalte wie der Videoplayer blockiert, gibt es auch einige Nachteile für Sie als Website-Betreiber.

Daher werfen wir nun einen Blick auf die Nachteile aus der Sicht der Unternehmen, die entstehen, wenn Nutzer mit aktiviertem Adblocker surfen.

Zum einen können nicht bloß Videoplayer behindert, sondern auch andere Inhalte zensiert werden, weil ein Filter diese für einen Banner oder andere Werbung hält. Dem können Sie noch entgegenwirken, indem Sie Ihren Content darauf vorbereiten. Sie sollten Ihre Website-Elemente nicht wie einen Werbebanner aussehen lassen und auf Pop-ups verzichten.

Doch das wohl schwerwiegendste Problem der Werbeblocker steckt in der Analyse der Nutzerdaten, denn das Nutzerverhalten kann mit aktivem Blocker nicht mehr aufgezeichnet werden. Nun denken Sie wahrscheinlich, dass dies doch gerade aus Datenschutzgründen ein Plus für Ihre Kunden ist. Aber wir erinnern Sie daran, dass Sie diese wichtigen Daten über das Nutzerverhalten und die Aktivität auf Ihrer Website unbedingt brauchen. Nicht zuletzt, um Ihre SEO zu stärken und Ihr Marketing anzupassen.

Auch wird der wichtige Onlinemarketingbereich des Retargetings verhindert. Retargeting bezeichnet eine personalisierte Online-Targetingstrategie, die sehr häufig im E-Commerce eingesetzt wird und auf Nutzer ausgerichtet ist, die Ihre Webseite bereits besucht haben. Es zielt vor allem auf eine Erhöhung der Conversion-Rate (CR), der Click-Through-Rate (CTR) und einer Steigerung des Wiedererkennungswerts Ihres Unternehmens sowie einer gesteigerten Werbewahrnehmung ab. Mit recht geringen Kosten stellt das Retargeting die effektivste Form des Displays-Targetings dar.

Was also tun, wenn Ihre Webanalyse solch ein Stein in den Weg gelegt wird?

- Zumal der Trend dahin geht, dass rund ein Drittel aller User inzwischen einen Adblocker nutzen -

Einige Unternehmen habe die Möglichkeit gefunden, das Adblocker-Eisberg zu umschiffen, indem sie einen dynamischen URL-Wechsel bei jedem Reload der Seite einsetzen. Dadurch kann zumindest Werbung geschalten werden, was u. a. aus Gründen der Geschäftsfinanzierung nicht unerheblich ist. Um die Lücke in der Datenerhebung zu schließen, genügt dies allerdings noch nicht.

Das häufig verwendete Tool Google Analytics beispielsweise wird im Hinblick auf das Nutzerverhalten völlig blockiert. Sie haben damit keinen Einblick auf die Mikro- und Makro Ebene der CR und welche Aktivitäten Ihre User tatsächlich abschließen. Mit einem Webanalyseprogramm, das direkt auf dem eigenen Webserver läuft, können sie jedoch zumindest die Zugriffe auf Ihre Website als wichtige Kennzahl (KPI) ermitteln. Diese sollten Sie unbedingt als Ergänzung verwenden, um herauszufinden, wie viele Ihrer User Adblocker nutzen. Die Differenz aus den Zugriffszahlen von Google Analytics und einem Webserverbasierten Programm, wie z. B. Piwik, zeigen Ihnen die Blocker-Nutzer. Auch „BlockAlyzer“ gibt Ihnen Auskunft, über die Anzahl der User mit blockierten Ads.

Wir raten Ihnen dringend keine unvollständigen Daten zu nutzen und auf diesen Budgetplanungen oder Marketingkampagnen aufzubauen. Wenn Sie Ihr Kerngeschäft aber auf die Webanalyse ausrichten, kann es lohnend sein, langfristig auf ein selbstgehostetes Analysesystem zu wechseln.

Dabei unterstützen wir Sie selbstverständlich tatkräftig, denn Softwareentwicklung ist unser Spezialgebiet! Außerdem sind wir seit Kurzem Google Ads-Experten und Google Partner.

Fazit

Dass Sie sich auf die Auswertung und Interpretation Ihrer Analysedaten einstellen müssen, zeigt, dass das Blockieren von Werbung bereits ein fester Bestandteil Ihres Webauftritts und Online-Marketings ist. Für verschiedene Verfahren Werbung auszuschalten, um nicht von den zentralen Seiteninhalten abgelenkt zu werden oder gefährliche Software unschädlich zu machen, gibt es ebenso viele Abhilfen. Gegenmaßnahmen können und sollten Sie stellenweise treffen, wie z. B. Konfiguration Ihrer Seiteninhalte. Wichtig ist aber vor allem mit dem Trend zu gehen und weniger aufdringliches „Native Advertising“ zuzulassen, sodass Ihre wiederkehrenden Besucher sich an Ihr Online-Marketing gewöhnen können und so den vollen Inhalts- und Funktionsumfang genießen.

Sie planen auch Ihr Online-Marketing auf Ihre User einzustellen? Dann kontaktieren Sie uns gerne für unsere kostenlose Erstberatung.

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