15. November 2022

von Giovanna Franken

Podcasts sind vor allem seit der Corona-Pandemie der große Renner. Mann und Frau, Klein und Groß hören sie, egal ob in der Bahn, im Auto oder zuhause zum Entspannen. Aufgrund der steigenden Popularität der etwas anderen Hörspiele versuchen sich immer mehr Unternehmen an Ihrer Podcast-Karriere und setzen sie sogar als wirkungsvolles Marketing-Tool ein. Wir erklären, wieso der Podcast so gut funktioniert, wieso sie Ihr Marketing vorantreiben können und berichten über alles Wichtige rund ums Erstellen und Veröffentlichen von Podcasts.

Podcast, Hörbuch, Radio: Alles ein Pott?

Ein Podcast ist die Aufzeichnung einer Audiodatei und zeichnet sich gerade dadurch aus, dass er aus mehreren Episoden, also einer ganzen Reihe von Einzeldateien besteht und eben nicht bloß aus einer einzelnen abgeschlossenen Folge. Er behandelt ein bestimmtes Thema, das allerdings nicht wie bei einem Hörbuch vorher schriftlich festgehalten wurde, sondern wird von dem Podcaster oder den Podcastern frei performt.

Spontan aus dem Handgelenk geschüttelt und die Zuhörer können zu jeder Zeit ein- und auszuschalten. Gerade dadurch rühmt sich der Podcast mit großer Beliebtheit. Und es gibt noch mehr Vorteile:

  • Sie sichern sich ein besonderes Merkmal, denn es gibt noch nicht viele Podcasts, viel weniger als YouTube-Videos oder Blogs von Unternehmen
  • Viel Raum für Nischenthemen
  • auch mit kleinem Budget gut umsetzbar
  • Hochladen eines Podcasts ist bei fast allen Anbietern kostenlos
  • Viele Podcast-Hosting-Dienst bieten zusätzliche Funktionen wie Hörer-Statistiken oder die Möglichkeit, den eigenen Podcast zu monetarisieren
  • Podcasts können die SEO Performance verbessern, wenn Sie diese auf Ihrer Website veröffentlichen
  • Podcasts sind ein einfach zu konsumierendes Format, gerade weil viele User das Smartphone nutzen
  • Medium für Expertenwissen (Meinungen und Wissen sorgen für Glaubwürdigkeit)
  • Möglichkeit eine Beziehung aufzubauen (Wirkung der Stimme ist höher, eine Vertrauensbasis kann so viel schneller entstehen zudem steckt eine umwerfende Überzeugungskraft hinter einem Thema, das dem Sprecher am Herzen liegt)
  • Texten liegt nicht jedem, daher ist das typische Format unter Umständen gar nicht so angebracht

Wir sprechen nicht zwingend von Ihrem Handwerksbetrieb oder Friseursalon, doch z. B. Start-ups aus den Branchen der Werbung, Unternehmensberatung, Personal Training oder auch Ernährungsberatung können von einer persönlichen Note profitieren und sich das gesprochene Format zunutze machen.

So wird’s gemacht

Spontanität und Improvisation sind gewollt, aber einfach so drauf los reden dann auch nicht. Wir verraten Ihnen, wie Sie richtig Planen und umsetzen:

1. Ziele

Sie müssen Ihre Ziele und auch Ihre Zielgruppe festlegen. Wen möchten Sie mit Ihren Worten erreichen und wie lässt sich Ihr Podcast in Ihren Businessplan integrieren?

2. Thema & Plan

Das Thema ist das Kernstück Ihres Podcasts und sollte vor allem viele Fragen aufbringen, die Sie durch Ihre Folge führen. Ein thematischer Verlaufsplan oder ein Skript ist strukturgebend und lässt trotzdem Raum für Improvisation.

3. Richtig Hosten

Das richtige Hosting zu finden ist ebenfalls ein elementarer Schritt, den Sie vor Beginn der ersten Aufnahme tätigen müssen, denn ein Podcast braucht eine technische Heimat. Beim Hoster sind alle Podcast-Folgen gespeichert und können von dort aus auf verschiedenen Kanälen hochgeladen werden. Die unterschiedlichen Hosting-Angebote unterscheiden sich durch ihre Handhabung, Features und natürlich in ihren Kosten.

Tipp: Insbesondere, wenn der Podcast zu Ihrem Hauptbusiness werden soll, empfiehlt es sich etwas mehr in einen Hosting-Dienst zu investieren, der Statistiken und Kennzahlen liefert.

4. Langfristige Planung

Ob Sie einmal wöchentlich oder nur ein bis zwei Mal im Monat einen Podcast beitragen, liegt zwar ganz in Ihrer Entscheidungsfreiheit, Sie sollten sich aber im Klaren darüber sein, dass Ihre Zuhörer eventuell auf eine nächste Podcastfolge warten. Sie sollten Ihr treues Publikum also nicht frustriert zurücklassen, sondern einen Rhythmus finden, zu welchem regelmäßigen Zeitpunkt Sie neuen Content liefern.

5. Einen Namen machen

Der Name Ihres Podcasts ist nicht zu unterschätzen, denn er gibt der Zielgruppe eine Auskunft darüber, welches Thema besprochen wird und gehört fest zu Ihrem Marketing. Wichtig bei der Auswahl ist, dass Sie sich nicht zu stark thematisch eingrenzen, denn im besten Fall sollten bis zu 100 Folgen unter diesem Namen möglich sein. Abstrakte Namen wie „Goldstück“ oder „The great wall“ haben den Vorteil, dass sie weitläufig definierbar sind. Zudem können Sie Ihren Podcastnamen im Nachhinein noch modifizieren, indem sie einen folgenspezifischen Titel hinzufügen.

6. Dialog oder Monolog?

Wer Podcasts kennt, stellt fest, dass häufig zwei Gesprächspartner debattieren. Dabei entsteht schnell eine aufgelockerte Atmosphäre und ein Dialog bietet zudem die Möglichkeit, dass sich der Experte und sein Gegenspieler Bälle zuwerfen können. Diese Technik ist auch für Produktpräsentationen ein Heimspiel. Sind Sie allerdings Personal Trainer und haben eine sensible Beraterfunktion, kann ein Monolog vertrauter wirken.

7. Formaler Aufbau

Ihr Podcast sollte in jedem Fall folgende Elemente enthalten:

  • Intro Musik (in Konzept-Vorlage von Schritt 1-6 festgelegt)
  • Einstieg/ Willkommen
  • Interview/ Bericht
  • Werbespot (der Hoster „Acast“ beispielsweise bietet kostenfreies Upload der Podcasts an, finanziert sich aber hauptsächlich über Werbeplatzierung)
  • Zusammenfassung
  • Outro (-Musik)

8. Podcast aufnehmen

Für die Aufnahme Ihres Podcasts sollten Sie gewisse Rahmenbedingungen schaffen, wie z. B. eine akustische Stabilität, die nötigen technischen Geräte (Mikro, Kopfhörer, Speichermedium) und Ihr Skript. Allerdings reicht inzwischen sogar schon ein integriertes an Ihrem Smartphone aus, um Aufnahmen zu tätigen. So bleibt unter Umständen mehr Budget für die Podcast-Werbung.

Wenn Sie sich für einen Gesprächspartner entschieden haben, sollte dieser mit Ihnen gemeinsam aufnehmen, denn ein Zusammenschneiden einzelner Sequenzen kann im Einzelfall zwar hilfreich sein, wird im großen Stil aber zu kompliziert und wirkt unnatürlich.

9. Nachbearbeitung

Hier sollten Sie Nebengeräusche oder zu lange Pausen rausschneiden und die Tonqualität (Audiopegel sollte im grünen Bereich liegen) überprüfen.

10. Veröffentlichung

Bei der Veröffentlichung stehen Sie wohl erneut vor der Qual der Wahl. Sie können ihn auf Ihrer Website, auf einer auditiven Potcatcher-App wie Deezer, Spotify oder iTunes oder auf YouTube hochladen, doch sollten Sie dabei immer Ihre Adressaten und Ihre Zielvorstellung im Visier behalten.

Zudem ist es zwar möglich, auf mehreren Plattformen gleichzeitig zu posten, doch wenn Sie im Ranking bei iTunes ganz oben sein wollen, sollten Sie auch nur dort zu finden sein. Ihr Zuhörer bei Deezer wird Ihnen in der iTunes-Statistik einfach fehlen, zumal Android-Nutzer gar nicht auf iTunes zugreifen können.

Liste einiger Podcast-Dienste

  • Spotify
  • iTunes
  • Deezer
  • Acast
  • Stitcher
  • Soundcloud
  • Libsyn (auch englischsprachig)
  • Podcast.de
  • Chimpify
  • Podigee

Raffinierter Podcast…

Nicht nur der Name Programm ist, sondern auch Ihr Ranking in den Google-Suchergebnissen sowie Ihr Podcastlogo sind für Ihr Marketing entscheidende Faktoren. Daher sollten Sie ebenso in diese Standbeine Zeit und Gedankengut investieren.

Für Ihr Marketing ist der Multi-Channel ganz wichtig, das bedeutet einen Podcast zwar auf einem Kanal zur Verfügung stellen, aber auf mehreren Wegen bewerben. Haben Sie dabei stets im Hinterkopf, dass es sich bei Ihrer Zuhörerschaft nicht bloß um zu unterhaltendes Publikum handelt, sondern um potenzielle KundInnen.

Um Ihre Podcast-Performance zu steigern, ist ein sauberes Podcast-Feed ein absolutes Muss. Im Feed sind alle wichtigen Daten über den Medienbeitrag gesammelt. Dazu gehören die Basisdaten wie Name und Titel und die Shownotes, die wie ein kurzer Klappentext zu der allgemeinen Serie und zur Folge funktionieren. Shownotes bieten darüber hinaus wichtigen Platz, um auf Ihre Website oder Social-Media-Kanäle zu verweisen. Ist Ihr RSS-Feed richtig angelegt, können Suchmaschinen die Podcastinhalte auswerten und nutzen, was Ihrer SEO Gutes tut!

Um Ihren Marketingerfolg zu optimieren, sollten Sie Ihre Hörer unbedingt dazu ermutigen, Sie zu abonnieren. Ein Abonnement funktioniert auf allen Kanälen ähnlich und hat den Zweck, den Nutzer über Neuigkeiten zu informieren. Ihr Podcast wird in der Regel über Keywords, Ranking oder über eine Empfehlung gefunden. Beim Aufrufen ist meist direkt neben dem Titelbild oder dem Logo ein „Abo-Button“ platziert. Klickt Ihr Besucher dies an und Ihr RSS-Feed ist sauber ausgestattet, bekommt Ihr Zuhörer immer eine Meldung, sobald Sie etwas Neues hochladen.

Fazit

Einen Podcast zu erstellen kann eine tolle Möglichkeit für Sie sein, um eine vertrautere Bindung zu Ihren Kunden aufzubauen und sich als Experten in Ihrem Gebiet zu präsentieren. Dadurch erhält der Unterhaltungskanal neben der Wissensvermittlung auch die Funktion, Werbung für Sie zu schalten, denn Sie können hier mit Ihrer Authentizität und Meinung zu den Themen überzeugen. Zudem sammeln Sie ordentlich Sympathiepunkte, mit denen Sie Ihre loyale Zuhörerschaft an sich binden.

Vor allem die technischen Möglichkeiten sollten Sie auf keinen Fall missachten, denn in Ihnen steckt großes Potenzial, auf einfache und konstengünstige Weise auch Nischenthemen zu präsentieren.

Wenn Sie Fragen haben, Support bei der Auswahl Ihres Hosting-Dienstes benötigen oder noch nicht über die notwendige technische Ausstattung verfügen, beraten wir Sie gerne.

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