18. Januar 2023

von Giovanna Franken

Seit Ende November 2022 treibt ChatGPT nicht nur die gesamte Social-Media-Welt in den Wahnsinn, sondern stellt auch Unternehmensstrategien, die Wissenschaft und Forschung und sogar einige ethischen Prinzipien infrage.

KI-Liebhaber sind begeistert, doch kommt mit der Öffnung dieser Sphäre auch die Furcht um Arbeitsplätze und Grundsätze sowie vor der Verbreitung von KI-Spam auf.

Open AI stellt vor: ChatGPT

ChatGPT ist eine Beta-Version, also ein Prototyp eines Chatbots bzw. eines Chatterbots des Unternehmens Open AI aus den USA und basiert auf einer Künstlichen Intelligenz. Registriert man sich für das kostenlose Programm, steht eine riesige Datenmenge zur Verfügung, die Sie in dieser Form sicher noch nie erlebt haben. Es ist aufgebaut wie ein gewöhnlicher Chat, der einen menschlichen Chatter simuliert und dem Sie Anfragen stellen können. Die Antworten, die das intelligente Programm ausspuckt, sind nicht nur erschreckend menschlich, sondern auch ziemlich gut, fast schon genial. Die fachliche Richtigkeit reicht scheinbar bis in die Tiefe der Programmiersprache.

Die Ausführlichkeit des Ergebnisses können Sie vorweg angeben, im Nachhinein einschränken oder auch erweitern: „Gib mir deine Antwort in sieben Stichpunkten wieder“ könnte der Befehl zur Überarbeitung lauten. Dies bedeutet, dass die KI in der Lage ist, einen „Gedanken“ über mehrere Absätze hinweg zu behalten und zu optimieren, was für die Welt der KI ein absoluter Durchbruch ist. Manch einer wagt sogar zu behaupten, zukünftige Historiker werden in eine Zeit vor und nach ChatGPT einteilen.

Zudem kann ChatGPT falsche Ergebnisse anpassen, sich zu Fehlern bekennen und unangemessene Anfragen zurückweisen. Die Möglichkeiten scheinen endlos und sind bisher in englischer sowie in deutscher Sprache verfügbar. Lediglich die Länge der Antworten sind in der Demonstrationsversion derzeit noch begrenzt.

Die dialogische Kommunikation mit dem Bot funktioniert so überzeugend, weil ChatGPT mit einer riesigen Menge Textdaten trainiert wurde, die aus etlichen von Menschen geschriebenen Beiträgen gezogen wurde. Diese Texte stammen aus Online-Foren, Nachrichtenartikeln, Büchern, den sozialen Medien, aber auch transkribierten gesprochenen Quellen, wodurch die Maschine auch die konzeptionelle Mündlichkeit erlernt hat und imitieren kann. Die KI ist in der Lage, das komplexe Konzept der natürlichen Sprache (NLP) zu generieren und lernt sekündlich dazu.

Im besonderen Maße sind natürlich die Programmierer fasziniert, denn sie wissen das Ausmaß und die Komplexität der KI annähernd zu begreifen und zu schätzen. Darüber hinaus können sie das Hilfsmittel nutzen, um ihre programmierten Codes zu prüfen oder in eine andere Programmiersprache zu übersetzen. Dadurch wird beispielsweise die Fehlerquote für neue Programme minimiert. Allerdings könnte die Maschine ein Computerprogramm auch vollständig selbst schreiben…

Gefährlich, gefährlich

Nicht nur Studierende haben bereits entdeckt, welche Möglichkeiten, ja was für eine Arbeitserleichterung diese Maschine sein kann, die themenspezifisch Texte im passenden Wortlaut verfasst. Schier allwissend tippt ChatGPT Absätze, Stichpunkte oder Fließtexte und beachtet die Befehle des Chatters: „Bitte nutze den Wortlaut von Friedrich Merz“.

Da gerade Politik zur Sprache kommt: der Bot gehört nicht den Konservativen an, sondern ist links-liberal geprägt und berücksichtigt zeitgemäß stets unseren ökologischen Fußabdruck. Dass eine Künstliche Intelligenz von menschlicher Hand entwickelt und mit Informationen gespeist wurde, hat nun mal zur Folge, dass eine bestimmte Ideologie zugrunde liegt und somit die Prinzipien der Antworten bestimmt. Die Innovation verspricht, in Zukunft wie Google und andere Suchmaschinen genutzt zu werden, funktioniert aber ganz anders, da keine Suchergebnisse aus dem Internet mithilfe von Algorithmen und anderen Ranking-Faktoren zur Verfügung gestellt werden, sondern Antworten mit dem Fokus auf natürliche Sprache gegeben werden.

Es ist wichtig zu wissen, dass alle Antworten auf der Grundlage von Texten, die im Internet verfügbar sind, basieren und daher politische Ansichten und Vorurteile enthalten. Diese werden von CHatGPT aber nicht bewusst verbreitet. Dennoch muss der Nutzer die Ergebnisse immer überprüfen, da sie nicht immer korrekt sein können. Das gilt überdies nicht nur für Ergebnisse im politischen oder gesellschaftlichen Kontext, sondern auch für alle ethischen und moralischen Bereiche.

Einen weiteren Aspekt kritisierte beispielsweise die Süddeutsche Zeitung, die in der neuen Version von GPT die Steigerung eines gesellschaftlichen Ungleichgewichtes der technischen Entwicklung sieht. Das Dialogsystem ist nämlich nur für diejenigen zugänglich, die über eine Internetverbindung verfügen, wodurch der Zugang zu gesammeltem Wissen beschränkt, gar privilegiert ist.

Das digitale Meer der Möglichkeiten, das zunächst für pragmatische Gelegenheiten genutzt werden kann, wie etwa für Geschenkideen, Rezepte oder Bedienungsanleitungen, bereiten ebenso Sorgenfalten. Die Flut an Anwendungsoptionen weitet die Augen, denn Texte, Arbeiten, Referate und Ideen können wir uns schreiben lassen. Wie erwähnt können auch Programme oder künstlerische Werke wie Lyrik, Prosa oder Liedtexte erstellt werden. Auch in dieser Hinsicht wird kritisiert, dass einige Aussagen von ChatGPT zu ungenau sind und durch fehlende Quellenangaben keine wissenschaftliche Arbeit ersetzen können. Das ist zum einen sehr gut, denn die Leistung vieler Forschender an Universitäten und Instituten wird dadurch zwar verändert, aber nicht vollständig aus den Fugen gehoben. Andererseits haben unvollständige nicht fundierte Aussagen einen Behauptungscharakter und sorgen für die massenhafte Verbreitung von digitalem Nonsens.

Fremdes Wissen absichtlich zu übernehmen und für das eigene auszugeben ist die eine Schandtat, das nennt man übrigens plagiieren und hat einige schon Ihren Job gekostet. Doch Fragen wir uns gerade beim Thema Online-Marketing: Wie sieht das eigentlich aus mit KI-generierten Texten und SEO aus?

Es haben sich bereits große SEO-Experten damit auseinandergesetzt und die Antwort lautet: ja. Sowohl Gael Breton als auch Johannes Beus aus dem Unternehmen SISTRIX für Googleanalysen, äußern sich bejahend, beziehen sich aber vor allem auf die zwei Konzerne Cnet und Bankrate.com die recht mutig wagen, KI-Texte zu veröffentlichen. Bedenklich wird es möglicherweise in der Zukunft, wenn Google und Co. lernen, auf diese Texte zu reagieren. Verluste im Ranking durch wirklich gute KI-Texte sind ganz aktuell und bei speziell für diese Unternehmen noch nicht Programm. Wirklich gut bedeutet hier übrigens dasselbe, wie es immer bedeutet, wenn es um SEO geht. Sind Texte ausschließlich aufs Ranking aus und vollgepackt mit Keywords, werden sie abgewertet.

Wir weisen Sie deshalb darauf hin, dass die unbedachte Nutzung von ChatGPT auch für Ihr Online-Marketing, auch unter dem Aspekt, dass bisher ausschließlich Wissen bis 2021 zur Verfügung steht, negative Konsequenzen haben kann. Texte 1:1 zu übernehmen wird für Sie nicht der richtige Weg, sein im Online-Marketing größere Erfolge zu erzielen.

Nun aber genug mit Horrorszenarien oder Kritik, denn wir wollen schließlich wissen, wie auch Sie das Wunderwerk intelligent für sich nutzen können.

Wie kann die Künstliche Intelligenz im täglichen Marketing nützlich sein?

Ein großes Potenzial von ChatGPT liegt darin, komplexe Sachverhalte einfach verständlich zu machen. Wenn Sie Ihre Dienstleistung fachlich korrekt, aber für Laien verständlich kommunizieren möchten, dann lassen Sie das doch den Chat formulieren und können dies für alle Kanäle nutzen.

#ChatGPT ist ein fortschrittliches Sprachverarbeitungsmodell. Es nutzt die neuesten Erkenntnisse aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz und maschinellen Lernens, um natürlichen Text mit hoher Qualität zu generieren. Mit CHatGPT ist es möglich, eine Vielzahl von Aufgaben durchzuführen, wie z. B. Textgenerierung, Übersetzung, Textzusammenfassung und vieles mehr. Es ist ein wertvolles Werkzeug für Unternehmen, Entwickler und Wissenschaftler, die auf der Suche nach einer effektiven Lösung für natürliche Sprachverarbeitung sind.

Sie kann Ihnen außerdem helfen, Ihre User Experience zu optimieren, indem Sie:

  • FAQ-Vorschläge generiert und Antwortmöglichkeiten liefert (Achtung, diese können Sie nicht 1:1 übernehmen)
  • Designs vorschlägt, die zu Ihrer Branche und Zielgruppe passen (Fonts und Farben. „Ich erstelle ein Brand-Design für eine Automarke. Die Markenbotschaft ist Geschwindigkeit und Vertrauen. Schlage mir Farben und Schriften für das Design meiner Website vor)
  • Fiktive Testpersonen kreiert, die Sie für Anwendungsbeispiele Ihrer Produkte oder Dienstleistung nutzen können
  • User-Flows erstellt, wie Anwender Ihre App oder Website nutzen werden

ChatGPT kann auch für Ihr Social-Media-Marketing nützlich sein, denn:

  • Es sammelt Ideen für Social-Media-Beiträge, passend zu Ihrer Branche (Videos, Bilder, Grafiken)
  • ChatGPT (er)findet neue Titel und Beschreibungen für Ihre Beiträge

Google und Bing Ads Kampagne:

  • Anzeigentexte von ChatGPT schreiben lassen, denn Sie können die Maschine auch mit Keywords beauftragen

Für das allgemeine Online-Marketing kann der Chat auch genutzt werden, um beispielsweise.

  • Chatbots zu generieren, die Ihre Kundenanfragen beantworten und die Navigation durch Ihr Geschäftsmodell erleichtern
  • automatisierte Erstellung von Produktbeschreibungen oder E-Mail-Antworten

Alle Nutzungsmöglichkeiten haben den unglaublichen Vorteil, dass sie zur Zeit für uns alle kostenfrei zugänglich sind und Sie daher eigene Zeit einsparen können und mit Bedacht sogar um die Beauftragung einer Textagentur kommen können.

Unser Fazit zum Megathema ChatGPT

Bedenklich, ja, wenn Sie die Antworten nicht hinterfragen oder gar eins zu eins für Ihre Ads-Kampagnen nutzen! Und dennoch sehen auch wir die Innovation von Open AI, gerade weil es sich um eine Beta-Version handelt, als die Öffnung einer noch nicht da gewesenen Sphäre. Sie gibt uns viele Möglichkeit, die sehr nützlich sein können. Umso wichtiger ist es, diese Flutwelle mit Köpfchen zu nutzen, damit sie z. B. für das Online-Marketing und damit auch für das Image Ihres Unternehmens nicht schädlich ist. Wenn Sie jedoch alle grundsätzlichen Tricks und Regeln des Marketings kennen und beachten steht Ihnen auch beim geschäftlichen Chatten mit dem Bot nichts im Wege.

Wir wünschen Ihnen allenfalls viel Spaß beim Ausprobieren und sind gespannt auf Ihre Meinung, die Sie gerne auf Social Media mit uns teilen können.

Link: https://chat.openai.com

Übrigens, haben Sie gemerkt, dass auch ich einen Abschnitt von ChatGPT eingebaut habe? #ChatGPT 😉

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